Service-Navigation

Suchfunktion

06.09.2019

PRESSEMITTEILUNG ZUM BEGINN DES SCHULJAHRES 2019/2020

Schuljahresbeginn 2019/2020:

Am kommenden Mittwoch beginnt in den drei Landkreisen Göppingen, Heidenheim und Ostalbkreis, die zum Schulamtsbezirk Göppingen gehören, für rund 49.500 junge Menschen der Unterricht an den 236 öffentlichen und 16 privaten Grund-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen sowie an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Das Thema der Qualitätssicherung des Unterrichts steht weiterhin und verstärkt im Zentrum der schulpädagogischen und verwaltungsseitigen Arbeit aller am Bildungsprozess Beteiligten.

Die Zahl der Kinder, die eingeschult werden, ist gegenüber den Vorjahren erneut leicht gestiegen. Insgesamt können 5794 (2018: 5668; 2017: 5635) neue Erstklässler begrüßt werden. Von den 5819 Anmeldungen für die Klassenstufe 5 entfallen 40,45 % auf die Gymnasien, 37,81 % auf die Realschulen, 13,87 % auf die Gemeinschaftsschulen und 5,77 % auf die Werkrealschulen, deren Zahl durch die Bildung von Schulverbünden und das Auslaufen vieler Standorte in den vergangenen Schuljahren gesunken ist.

"Die bildungspolitischen Veränderungen der vergangenen Jahre haben enorme Personalmehrbedarfe mit sich gebracht. Die zur Verfügung stehenden einstellungsbereiten Lehrkräfte decken den Bedarf bei Weitem nicht. Wir müssen uns darauf einstellen, dass dies auch in den kommenden Jahren so bleibt“, führt Schulamtsleiter Jörg Hofrichter aus. Hinzu kommen Pensionierungen und ein äußerst hoher Anteil teilzeitbeschäftigter Lehrkräfte.

Dadurch entsteht die sehr problematische Situation, dass einerseits gesellschaftlich gewünschte wichtige Entwicklungsprozesse vorangetrieben werden, jedoch das fachlich qualifizierte Personal fehlt. Daher besteht die Herausforderung für das Schulamt auch noch am Schuljahresbeginn darin, die Unterrichtsversorgung in den Mangelbereichen und an den Schulen mit besonderem Bedarf sicherzustellen. Besonders drastisch macht sich das Fehlen von Lehrkräften an sonderpädagogischen Einrichtungen, in inklusivem Unterricht und an Grundschulen bemerkbar und trifft besonders kleine Schulstandorte hart. Große und sehr große Schulen mit mehreren hundert Schülerinnen und Schülern konnten in den vergangenen Personalmangel oft noch durch interne Maßnahmen ausgleichen, was jedoch mittlerweile auch immer schwerer fällt und zu großen Belastungen der dort tätigen Lehrkräfte geführt hat.

Für das durch städtische Ballungsräume, aber sehr stark auch ländlich geprägte Staatliche Schulamt Göppingen stellt besonders die Unterrichtsversorgung der vielen kleinen und sehr kleinen Grundschulen eine große Herausforderung dar. Dennoch bemüht sich die Schulverwaltung, die zusätzlichen Stunden für den Unterricht in Deutsch, Mathematik und zur differenzierten Förderung oder für den Ausbau verschiedener Ganztagsangebote - drei neu eingerichtete zum neuen Schuljahr - wo immer möglich bereitzustellen.

Um die Schulen für die anstehenden Aufgaben entsprechend personell auszustatten, konnte das Staatliche Schulamt Göppingen bislang 168 neue Lehrkräfte einstellen (siehe Anlage 4). Damit ist der unterrichtliche Pflichtbereich zum jetzigen Zeitpunkt an vielen Schulen, jedoch noch nicht überall sicher abgedeckt.

Prozesse der regionalen Schulentwicklung sind in den drei Landkreisen fast überall abgeschlossen. Höchstens noch in Einzelfällen werden Schulstandortentscheidungen fallen. Neue bildungspolitische Reformen und Innovationen werden derzeit nicht angegangen, so dass der Schwerpunkt der Arbeit an den Schulen auf der Stärkung der Unterrichtsqualität und der angebotenen schulischen Leistungen liegt.

Die in den letzten Jahren aufgebauten inklusiven Bildungsangebote für den gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder leiden unter einem besonderen Fachkräftemangel an Sonderpädagoginnen und -pädagogen. Diese Angebote sind dennoch leicht angewachsen und werden auch im Schuljahr 2019/2020 so weit möglich fortgeführt (siehe Anlage 4).

Für Kinder ohne Deutschkenntnisse stehen insgesamt 90 Vorbereitungsklassen (VKL) zur Verfügung, 5 mehr als im Vorjahr (siehe Anlage 2).

Vor Ort werden die Reformen der Schulen mit Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) weiter umgesetzt. Nachdem nun an den Gemeinschaftsschulen die Mittlere Reife und an den Realschulen der Hauptschulabschluss sowie an den Werkrealschulen der Hauptschul- und der Werkrealschulabschluss möglich sind, bieten diese Sekundarschulen alle zwei Schulabschlüsse an. Den Werkrealschulabschluss bieten 13 Standorte im Schulamtsbezirk an (siehe Anlage 1). Damit die Lehrkräfte an allen drei Sekundarschularten Werkrealschule, Realschule und Gemeinschaftsschule dem Fachbedarf entsprechend qualifiziert eingesetzt werden können, wird das umfangreiche Weiterbildungspaket "Horizontaler Laufbahnwechsel" für Haupt- und Werkrealschullehrer durchgeführt. Im Schulamtsbezirk Göppingen haben sich dadurch im aktuellen Lehrgang 2018/2019 121 Grund- und Hauptschullehrkräfte zu Sekundarlehrkräften oder im Arbeitsfeld Sonderpädagogik weiterqualifiziert. Im kommenden Durchgang 2019/2020 Start November werden 109 Lehrkräfte antreten.

Mit dem kommenden Schuljahr tritt eine neue Prüfungsordnung für alle genannten Schularten und Schulabschlüsse in Kraft. „Im Bildungsplan 2016 wurden Standards für die inhaltsbezogenen Kompetenzen der Schüler festgelegt, damit an den verschiedenen Schularten vergleichbare Inhalte angeboten werden. Da ist es nur konsequent, dass wir nun dafür sorgen, dass sich das auch bei den Abschlussprüfungen widerspiegelt“, erklärte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann. „Bislang gab es zum Teil Unterschiede in Aufbau und Format der Abschlussprüfungen. Mit den neuen Abschlussprüfungen gehört das der Vergangenheit an: Die Prüfungsformate wurden harmonisiert, damit die Prüfungsergebnisse noch besser vergleichbar sind.“ Hinzu kommen einheitliche Regeln zum Prüfungszeitraum.

Insgesamt wird das kommende Schuljahr 2019/2020 vor allem durch die Sicherung und Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität geprägt sein und im Fokus der Arbeit der Schulen und der Schulverwaltung stehen: "Die Aufsicht über schulische Arbeit wird sich im kommenden Schuljahr noch deutlicher an der Frage orientieren, wie Qualität von Unterricht, Lehren und Lernen gestärkt werden kann. Schulrätinnen und Schulräte als Schulaufsichtsbeamte werden gemeinsam mit Schulleitungen und Lehrkräften Formate umsetzen, um die Qualität des Fachunterrichts und der weiteren schulpädagogischen Leistungen sowie die Ergebnisse der Schülerleistungen auch mit Ziel- und Leistungsvereinbarungen in den Blick zu nehmen", so Hofrichter.

ANLAGE 1, Schülerzahlen: Kl. 1, Kl. 5 (gesamt + Kreise)

ANLAGE 2: Vorbereitungsklasse (gesamt + Kreise)

ANLAGE 3: Übergänge von Klasse 4 in weiterführende Schulen

ANLAGE 4: Einrichtung von Ganztagesschulen; Inklusion; Neueinstellungen Lehrkräfte

Fußleiste